Bundeskabinett-2015Obwohl im Jahr 2004 der Fall „Hoyzer“ die komplette deutsche Fußball- und Sportwetten-Szene erschütterte, war bis 2016 Spielmanipulation in Deutschland immer noch kein Straftatbestand. Spieler, Funktionäre oder Verantwortliche, die Geld von Wettbetrügern angenommen haben, konnten bisher nicht verurteilt werden. Anfang März hatte die Regierung den Gesetzentwurf zur “Strafbarkeit von Sportwettbetrug und der Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben” vorgelegt. Laut diesem Gesetz können Straftäter nun für bis zu fünf Jahre ins Gefängnis wandern. Der Gesetzentwurf umfasste 23 Seiten. Das Bundesjustizministerium erklärte darin, dass zum Schutz der “Integrität des Sports” und der “Unverfälschtheit und Authentizität sportlicher Wettbewerbe” eine Änderung des Strafgesetzbuches unumgänglich sei. Bisher sei die strafrechtliche Verfolgung von Matchfixern nur unzureichend möglich gewesen. Auch die Sanktionsmöglichkeiten der Verbände seien unzureichend. Am Mittwoch, den 6. April, gab die Bundesregierung, nun das neue Gesetz gegen Spielmanipulation offiziell bekannt. Das Bundeskabinett hat den entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen.

Mit dem neuen Gesetz wurde eine Gesetzeslücke nun endgültig geschlossen. Betrug bei Sportwetten kann damit in Zukunft leichter strafrechtlich verfolgt werden. Auch Manipulation im Profisport ist zukünftig eine Straftat. Da der Sport in der Gesellschaft eine herausragende Rolle spielt und auch wirtschaftlich eine große Bedeutung hat, sei es nötig, Sportwettbetrug und Manipulationen auch mit den Mitteln des Strafrechts zu bekämpfen. Nach geltendem Recht war das nicht in allen Fällen möglich. Es bestanden Gesetzeslücken, die nun geschlossen werden. Lässt sich beispielsweise ein Sportler im Zusammenhang mit einer Sportwette Geld versprechen, dass er einen Wettbewerb manipuliert, ist das künftig strafbar. Auch Vereinbarungen mit Trainern, Schieds-, Wertungs- oder Kampfrichtern sind erfasst.

Im Profisport ist eine derartige Absprache auch ohne Bezug zu einer Sportwette strafbar. Denn dort können Manipulationen erhebliche finanzielle Auswirkungen insbesondere für Sportler und Vereine haben. Die neuen Strafvorschriften erfassen in- und ausländische Sportwettbewerbe. Findet der Sportwettbewerb im Inland statt, gilt das deutsche Strafrecht – auch wenn der Wettbetrug im Ausland begangen wurde.

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