Die Bayern ziehen einsam ihre Kreise. Nach dem 3:0 am Wochenende gegen Eintracht Frankfurt haben die Münchner zehn Punkte Vorsprung auf die Verfolger. Die ärgsten Konkurrenten Leipzig und Dortmund patzten mit Niederlagen zu Hause gegen Wolfsburg und auswärts in Berlin. Zehn Partien sind noch zu absolvieren. Der Meistertitel scheint dem Tabellenführer nicht mehr zu nehmen. Im DFB-Pokal stehen die Bayern im Halbfinale und in der Champions League im Viertelfinale. Wie stehen die Chancen der Münchner, wieder das Triple zu holen?

Auch wenn die Spiele unter Carlo Ancelotti nicht immer souverän und glanzvoll waren, fühlen sich viele Bayern-Fans an das Jahr 2013 erinnert und träumen vom Triple. Am Anfang des Jahres hatte es nach Niederlagen in Madrid und Dortmund Zweifel am Nachfolger von Pep Guardiola gegeben. Inzwischen greift das System des Italieners. Vor allem bei den beiden Champions League Spielen gegen Arsenal, im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Schalke und beim Ligaspiel gegen den HSV zeigten die Bayern ihre wahre Klasse.

Die Spieler bleiben kritisch und kommentieren auch die guten Leistungen mit Statements wie „Die ersten 50 Minuten waren nicht gut“ oder „Wir hatten Probleme“. Beim Triple unter Jupp Heynckes hatten die Bayern damals alle Gegner mit einer „gewissen Demut“ abgearbeitet. In der Liga drängt sich der Vergleich zur Saison 2012/13 auf. Damals wie heute stand bei den Münchnern nach 24 Spieltagen nur eine Niederlage zu Buche. Damals wie heute hatte man als Tabellenführer bereits ein ordentliches Punktepolster. Noch auffälliger sind die Parallelen im DFB-Pokal. Vor 4 Jahren führte der Weg zum 16. Cup-Triumph der Vereinsgeschichte unter anderem über Augsburg, Wolfsburg und den BVB. In der laufenden Spielzeit mussten Augsburg und der VfL bereits dran glauben – Dortmund dürfte, ein Sieg über Drittligist Sportfreunde Lotte vorausgesetzt, im Halbfinale warten.

Unter Guardiola schieden die Münchner 3 Mal in Serie in der Vorschlussrunde der Champions League aus. Mit der unter Heynckes bewährten „Step-by-Step“-Taktik (O-Ton Rummenigge) soll in dieser Saison mehr drin sein. Bemerkenswert: Wie von Trainer Ancelotti, der Bestleistungen im Frühjahr prognostiziert hatte, angekündigt, sind die Münchner im neuen Jahr in der Lage sich zu steigern. Holten sie in der Champions League-Gruppenphase noch einen Zähler weniger (12) als vor 4 Jahren, fiel der Achtelfinal-Erfolg – gegen den gleichen Gegner – diesmal umso deutlicher aus. 2012/13 kam der FC Bayern gegen Arsenal nur haarscharf weiter (3:1, 0:2), diesmal wurden die Londoner mit gleich 2 Kantersiegen (2 Mal 5:1) gedemütigt.

Wichtige Spieler der Bayern-Elf sind noch unverändert. Ob Neuer, Lahm, Boateng, Alaba, Martinez, Rafinha oder Müller, Robben und Ribery, sie alle waren 2012/13 schon an Bord und wissen wie es ist, Historisches zu erreichen. Ergänzt durch erfahrene Führungsspieler wie Alonso, Hummels und Lewandowski sowie hungrige Talente vom Schlage eines Coman. Carlo Ancelotti ist zudem ein ähnlicher Typ wie damals Jupp Heynckes. Wenn er auch 10 Jahre jünger ist als Heynckes 2013, gibt es doch viele Parallelen – vom verlässlichen väterlichen Auftreten bis zum königlichen Champions League-Sieg, den er ebenfalls mit Real Madrid erreicht hat.

Bei den Buchmachern gibt es für die Liga schon die Spezialwette „Meisterschaft ohne Bayern“ an. Favorit bei bwin ist hier übrigens mit der Quote 1.60 RB Leipzig. Einen weiteren DFB-Pokalsieg kann wohl nur der BVB verhindern. Und in der Königsklasse mischen noch Real Madrid und die historischen Comebacker des FC Barcelona mit. Die Triple-Chance des FC Bayern lebt. Und mit jedem Sieg wird der große Triumph wahrscheinlicher. Wer jetzt €10 darauf setzt, bekommt mit etwas Glück im Mai mehr als €60 zurück.

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