Am 1. April tritt in Polen ein neues Glücksspiel-Gesetz in Kraft. Zahlreiche Glücksspiel-Anbieter und Buchmacher haben sich deswegen schon vom polnischen Markt zurückgezogen. Die jüngsten Opfer der neuen Gesetzgebung wurden nun William Hill und Bet365.

Im vergangenen Dezember hatte die polnische Regierung den „Polish Gambling Act“ verabschiedet. Mit dem neuen Gesetz sollen Seiten von Glückspielanbietern gesperrt werden, die keine polnische Lizenz besitzen. Auch Zahlungen an nicht regulierte Anbieter sollen unterboten werden. Viele Anbieter haben sich seitdem erst mal vom Markt zurückgezogen. Zu den Glücksspiel-Unternehmen gehören Pinnacle und EnergyBet. Nun folgten William Hill und Bet365. Alle beklagten die äußert feindlichen und restriktiven Maßnahmen der Regulierung.

Nach dem neuen Gesetz müssen die Wettanbieter 12 % Steuern auf ihre Umsätze zahlen. Es bleibt unklar, welche Buchmacher bei solchen Bedingungen überhaupt versuchen, eine Lizenz zu bekommen. Die polnische Regierung hatte angekündigt, dass man das Steuerthema zu einem späteren Zeitpunkt noch mal aufgreifen wolle. Doch seit Monaten gab es hier keine Neuigkeiten mehr. Ab dem 1. Juli sollen dann die Netzsperren gegen nicht lizenzierte Anbieter gestartet werden, die ihre Spieler immer noch in Polen zur Verfügung stellen.

Seit dem Glücksspiel-Gesetz aus dem Jahr 2011 durfte in Polen nur in den landbasierten Casinos gepokert werden. Sogar das Veranstalten von privaten Poker Homegames war strengstens verboten. Auch Online Poker war illegal und durfte eigentlich nicht angeboten werden. Im Bereich der Sportwetten hatten nur vier Betreiber, STS, Intralot, e-toto und Fortuna Entertainment, eine Tochter der Totolotek, eine Lizenz, machten aber nur rund neun Prozent des Jahresumsatzes aus. Mit 37,5 Millionen Einwohnern bietet Polen ein großes Umsatzpotential für einen legalisierten und regulierten Glücksspielmarkt. Geschätzt 150 Unternehmen boten bisher ihre Online Glücksspiele in Polen ohne Lizenz an. Der europäische Glücksspielmarkt wird insgesamt auf 84,9 Milliarden Euro geschätzt. Polen will schon seit 2014 härter durchgreifen und nicht-lizensierte Unternehmen vom Markt ausschließen.

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