ladbrokes-logoKurz vor Weihnachten erreichte die hessischen Kunden des britischen Wett-Anbieters Ladbrokes noch eine beunruhigende Nachricht. Folgende E-Mail erreicht die Kunden: „Die Seite sports.ladbrokes.com/de-de/ wird für Ihre Region gesperrt. Ab sofort ist es nicht mehr möglich, ein neues Konto zu eröffnen. Ab Montag, den 21. Dezember können Sie keine Einzahlungen mehr tätigen oder wetten. Bestehende Kunden können sich jedoch weiterhin auf der Seite einloggen und Auszahlungen tätigen. Ab 29. Dezember ist ein Einloggen auf unserer Webseite in Ihrer Region (Hessen) generell nicht mehr möglich.“

Diese Nachricht führt nun zu viel Unsicherheit und zu vielen Fragen: Warum sind gerade nur Kunden aus Hessen betroffen? Ein kompletter Rückzug von Ladbrokes aus Deutschland scheint ausgeschlossen, hat der britische Buchmacher doch gerade vor wenigen Tagen der ersten Sponsoring-Deal in der 1. Fußball-Bundesliga bekannt gegeben. Ladbrokes gab Ende November ein Engagement beim Erstligisten SV Werder Bremen bekannt. Für Ladbrokes bedeutete dies das erste Sponsoring-Engagement in Deutschland. Der Vertrag begann schon beim Norderby gegen den HSV und geht bis zum Ende der Saison.

Sicherlich ist Ladbrokes in Deutschland bisher noch ohne offizielle Lizenz. Doch damit befindet man sich in bester Gesellschaft. Noch kein privater Sportwetten-Anbieter hat eine Lizenz in Deutschland. Schuld daran ist der deutsche Glücksspielstaatsvertrag, der 2012 beschlossen wurde und Ende 2015 immer noch nicht umgesetzt ist. Eigentlich sollte in dem Gesetz der deutsche Sportwetten-Markt mit 20 bundesweiten Lizenzen teilliberalisiert werden. Doch als im September 2014 bekannt wurde, welche Anbieter eine Lizenz bekommen und welche nicht, gingen nicht berücksichtigte Anbieter gegen die Entscheidung vor Gericht und bekamen Recht. Als Gründe gegen die Lizenvergaben konnten sie die willkürlich gewählte Anzahl von 20 Lizenzen sowie nicht nachvollziehbare Bewertungskriterien des Hessischen Innenministeriums bei der Vergabe der Lizenzen geltend machen. Seitdem liegt die Lizenzvergabe auf Eis. Trotzdem bieten zahlreiche Buchmacher und Online Wettanbieter ihre Dienste in Deutschland an. Branchengrößen wie Tipico, bwin oder bet-at-home haben dabei auch ohne offizielle Lizenz lukrative Deals mit Teams der Bundesliga oder dem TV-Sender Sky geschlossen.

Warum soll sich Ladbrokes nun aus dem Bundesland Hessen zurückziehen? Bisher berief sich Ladbrokes auf seine Lizenz aus Gibraltar sowie die Lizenz, die man 2012 im Bundesland Schleswig-Holstein erteilt bekam. Gerüchten zufolge soll der Buchmacher eine Abmahnung des Landes Hessen bekommen haben.

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